Was IT-Patch-Management ist und wie es funktioniert

patch management IT

Um im Unternehmen mit der besten und sichersten Version einer Software zu arbeiten, ist es nötig, diese up-to-date zu halten. Welche Rolle dabei das IT-Patch-Management spielt, erklären wir in diesem Artikel. Auch erfahren Sie, welche Best Practices es gibt und wie Sie ein erfolgreiches IT-Patch-Management implementieren.

Patch Definition: Was sind Patches?

Patches sind neue beziehungsweise aktualisierte Codezeilen, die als Software-Update veröffentlicht werden. Sie dienen dazu

  • Fehler in Programmen zu beheben,
  • Sicherheitslücken zu schließen,
  • die Leistung vorhandenen Funktionen zu verbessern,
  • und neue Features hinzuzufügen.

Patch-Typen

Bug Silhouette, bestehend aus roten 0 und 1 Ziffern auf dunklen Binärcode-Oberfläche. Konzept von Software-Fehlersuche und -behebung
  • Bugfixes beheben Fehler, die sich beim Schreiben des Quellcodes eingeschlichen haben. Diese werden meist erst nach Markteinführung der Software durch Anwender:innen entdeckt und müssen daher nachträglich gefixt werden.
  • Hotfixes, auch Critical-Patch-Updates genannt, beheben dringende Fehler in Anwendungsprogrammen, die sofort gefixt werden müssen und keinen Aufschub dulden. Im Gegensatz dazu werden Bugfixes normalerweise in einem definierten Zyklus durchgeführt.
  • Sicherheitspatches sind programmiert, um Sicherheitslücken zu schließen und vor ständig neu entwickelten Computerviren und Malware zu schützen.
  • Updates verbessern bestehende Funktionen der Software und fügen Features hinzu.

Die Bedeutung von Patches für die IT-Sicherheit

Konzept für IT-Sicherheit: Vernetzte Vorhängeschlösser als Symbol

Patches erfüllen mehrere Aufgaben in der IT-Sicherheit.

  1. Patching ist erforderlich, um den gesetzlichen Sicherheitsstandard sowie Compliance-Bestimmungen zu erfüllen.
  2. Patches schließen Sicherheitslücken, die Cyberkriminelle sonst nutzen, um sich Zugang zur IT-Infrastruktur von Unternehmen zu verschaffen. Durch automatisierte Scans ist die Erfolgsquote für Hacker bei ungepatchten Systemen sehr hoch, weshalb bekannt gewordene Software-Schwachstellen ein beliebtes Einfallstor sind.

Um Unternehmen vor Schaden, der durch einen erfolgreichen Cyberangriff entsteht, zu bewahren, ist IT-Patching eine wichtige Maßnahme für die IT-Sicherheit.

Darum ist ein IT-Patch-Management wichtig

Ohne einen klar definierten Patch-Management-Prozess kann es beim Patchen schnell unübersichtlich werden. Denn IT-Umgebungen in Unternehmen können Hunderte von Systemen beinhalten. Auch sollten alle Endgeräte berücksichtigt werden – die der Remote Mitarbeitenden dürfen beispielsweise nicht vergessen werden. Dadurch ist schnell klar: Alle Systeme up-to-date zu halten und mit Tausenden von Patches zu versorgen, erfordert Planung und Automation. Wie bestimmte Aufgaben des IT-Patch-Managements automatisiert werden können, erklären wir später.

Was beinhaltet der Patch-Management-Prozess?

Grundsätzlich schließt IT-Patch-Management die Planung, Beschaffung, Installation sowie das Prüfen von Patches ein.

Notwendige Schritte im Patch-Management-Prozess:

  • Inventarisierung von Geräten, Betriebssystemen und Anwendungen
  • Entscheidung, welche Software-Versionen standardisiert werden sollen
  • Einstufung von Patches nach Risiko und Priorität
  • Testen von Patches in isolierten Umgebungen
  • Patches validieren und fehlende Patches erkennen
  • Planung des Rollouts von Patches
  • Dokumentation von Patches, Schwachstellen, Testergebnissen und Implementierungen

Automatisierung des Patch-Managements

IT-Spezialist wählt auf Display "Automation"

Alle Komponenten der IT-Infrastruktur regelmäßig manuell zu prüfen und up-to-date zu halten, ist für das IT-Team eine zu arbeitsintensive Aufgabe. Um effizienter zu patchen ist ein (zumindest teilweise) automatisiertes Patch-Management nötig. Außerdem werden mit Hilfe von Patch-Management-Tools Fehler, die durch manuelle Eingaben entstehen, reduziert. Ein weiterer Vorteil von IT-Patch-Management-Software ist die übersichtliche Dokumentation, welche IT-Systeme wann mit welchen Updates gepatched wurde.

Best Practices IT-Patch-Management

Um IT-Patching effizient und reibungslos umzusetzen, empfehlen wir Patch-Management-Richtlinien zu definieren. Mithilfe dieses Leitfadens ist es möglich, dass neue Mitarbeitende schnell eingearbeitet werden und das Patch-Management nahtlos weiterführen können.

Außerdem haben sich folgende Best Practices bewährt, um zielführend zu patchen:

  1. Erstellen Sie Backups, mit denen Sie alles in den Zustand vor dem Patch zurücksetzen können.
    Selbst nach ausgiebigen Planen und Testen der Patches, kann es beim Aufspielen derer zu Fehlern kommen. Deshalb ist es wichtig, dass alle beteiligten Komponenten über ein Backup wieder in den Zustand zurückgesetzt werden können, bevor der Patch installiert wurde.
  2. Legen Sie verschiedene Profile an.
    Ein Patch ist teilweise nur für bestimmte Geräte und Systeme innerhalb der IT-Infrastruktur relevant. Um flexibler agieren zu können, erstellen Sie deshalb verschiedene Profile.
  3. Wählen Sie Termine für die Rollouts sinnvoll.
    Legen Sie ein bestimmtes Zeitfenster in der Woche fest, an dem Sie patchen. Wählen Sie den Zeitraum dann, wenn wenige Nutzer:innen aktiv sind. Das können zum Beispiel die Abendstunden sein. Ungeeignet sind Rollouts an Abenden vor einem freien Tag, weil sie so nicht am nächsten Tag vor Arbeitsbeginn prüfen können, ob die Systeme richtig funktionieren.
  4. Prüfen Sie vor dem Patchen Geräte auf Verfügbarkeit.
    Ein kleiner und deshalb leicht zu übersehender Punkt, aber immens wichtig: Stellen Sie sicher, dass alle zu patchenden Geräte, eingeschaltet und mit dem Netzwerk verbunden sind.

Fazit: Deshalb profitieren Sie von einem IT-Patch-Management

Cyberkriminelle nutzen häufig bekannte Sicherheitslücken in ungepatchten Systemen aus, um Zugang zu sensiblen Daten und Netzwerken zu erlangen. Durch regelmäßige Patches können diese Sicherheitslücken geschlossen werden, was das Risiko eines erfolgreichen Angriffs deutlich verringert.

Ein effektives IT-Patch-Management hilft stets den Überblick darüber zu behalten, welche Systeme im Unternehmen gepatcht sind und welche nicht. Auch werden durch ein erfolgreiches Patch-Management Betriebsunterbrechungen und Ausfälle vermieden, die fehlerhafte oder veraltete Software verursachen. Es stellt sicher, dass alle Systeme auf dem neuesten Stand sind und optimal funktionieren.

Um Ihre IT-Systeme und Daten vor Sicherheitsbedrohungen zu schützen, ist es wichtiger denn je, ein effektives IT-Patch-Management im Unternehmen zu implementieren.

FAQ IT-Patch-Management

Was ist ein Patch-Management?

Ein Patch-Management plant, beschafft, installiert und prüft Patches. Ziel eines Patch-Management ist es, die Übersicht zu behalten, ungepatchte IT-Systeme zu identifizieren und zu patchen.

Was ist ein Patch in der IT?

Ein Patch ist ein neuer beziehungsweise aktualisierter Code, der mithilfe eines Software-Updates eingespielt wird, um Programmfehler zu beheben, Features hinzuzufügen und vorhandene Funktionen zu optimieren.

Warum ist Patch-Management wichtig?

Ohne IT-Patch-Management wird das Patchen unübersichtlich. Denn IT-Umgebungen in Unternehmen bestehen aus Hunderten von IT-Systemen, weshalb ein guter Überblick sowie ein guter Rollout-Plan fürs Patching wichtig sind, um Ausfallzeiten zu minimieren und IT-Angriffe erfolgreich abzuwehren.

Wie funktioniert das mit dem Patch?

Ein Patch bestimmt das Verhalten von Plattformen, Betriebssystemen und Anwendungen, indem es Änderungen im Quellcode der Software vornimmt.